Allahu akbar – oder: Ein Türke aus Samarien

Luther 2.0

Ich hätte nicht gedacht, dass ich, der ur-deutsche Reformator, einmal solche Sätze schreiben würde. Aber mein Besuch als Luther 2.0 in eurer sonderbaren Gegenwart lässt auch bei mir die wunderlichsten Dinge passieren.

Ich habe ja seinerzeit immer wieder heftig gewettert gegen diese Türken-Religion, den Islam.
Als ich nun gestern mal ein wenig durch Köln gelaufen bin, fiel mir auf, wie ungeheuer stark und präsent dieser Islam inzwischen geworden ist in Deutschland. Zu meiner Zeit war der Türke nur erst vor Wien. Heute ist er schon in der Mitte eurer eigenen Großstädte angekommen.
Ich sah diesen imposanten Kuppelbau, die neue Kölner Großmoschee in Köln-Ehrenfeld. (Na ja, darüber rege ich mich nur ein bisschen auf. Immerhin muss ich hier ja auch ständig ungefragt diesen protzigen Dom ertragen.)
Ich sah auch überall Frauen mit Kopftüchern.
Und ich sah einen Mann, der sein Auto am Rand einer Tankstelle abstellte und einen Teppich aus dem Kofferraum holte. Mit seinem Mobiltelefon überprüfte er die Himmelsrichtung und breitete dann seinen Teppich auf einem kleinen Wiesenstück neben der Straße aus. Auf Strümpfen betrat er sodann seinen Teppich und verneigte sich dort im Gebet. Er ganz allein, mitten im Lärm der vorbeifahrenden Autos. Immer wieder verneigt er sich. Allahu akbar, hörte ich ab und zu. Das heißt wohl: Gott ist groß, er sei gelobt.

Und ich schaute mich um und sah all die prächtigen alten Kölner Häuser mit ihren erleuchteten Fenstern und dahinter das Flimmern von Bildschirmen.
Ich sah die nicht enden wollende Reihe von schönen, großen Automobilen auf der Straße.
Ich sah am Rheinufer die Touristen flanieren und an der Ecke das voll besetzte Restaurant.
Und mitten in dieser wunderbaren Kulisse verneigte sich dieser eine vor Gott: Allahu akbar.

Und da schickte mir der Herr ein Bibelwort in den Sinn, gegen das ich mich gerne gewehrt hätte, wenn ich das gekonnt hätte. Aber die Geschichte war zu stark, und ich kannte sie zu gut: Die Erzählung von der Heilung der zehn Aussätzigen.
Unser Herr Jesus hatte seinerzeit zehn Aussatz-Kranke gesund gemacht. Aber nur einer von den zehn war zurückgekommen. Von diesem Einen erzählt der Evangelist Lukas:
„Er pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter.
Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?“

Und auf einmal war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich die starke Anwesenheit dieser Islam-Religion in eurer Gegenwart nur schlimm finden soll.

6 Kommentare

  1. Ja, was ist das jetzt? Da gehe ich auf die Website eines Kabaretts, um eine Andacht zu lesen, in der diffus die Frömmigkeit gepriesen wird.

    • Wolfram Behmenburg

      Andererseits: Es hat schon Gebete gegeben, deren fromme Inhalte den gesellschaftlichen Mainstream weit schmerzlicher getroffen haben als alles, was Kabarettisten gerade für die Bühnen der jeweiligen Unterhaltungsshows produziert haben. Gestern wäre, um nur ein Beispiel zu nennen, Martin Luther Kings 88. Geburtstag gewesen.

  2. Siegfried Hutzenlaub

    10% DANK ist doch besser als gar kein DANK…
    EINER von mehreren 100tausenden Allah-Anhängern in Köln dankt Allah in aller Öffentlichkeit …
    WERTE wie z. B.“ DANKE“ sagen (und auch BITTE) sind anscheinend nicht mehr ganz so wichtig, wir können es so hinnehmen, wir können aber auch weiterhin daran arbeiten, dass DANKE sagen zum guten Ton gehört, auch eine Erziehungs- Angelegenheit ist und auch befreiend sein kann …
    Also, nicht aufgeben, unsere TOLERANZSCHWELLE etwas nach unten korrigieren, weiter daran arbeiten, hoffen… und nicht schimpfen und fluchen, die Welt ist nicht so „ach, wie schlecht“, wie allgemein angenommen wird, es liegt an uns allen, sie besser , angenehmer zu gestalten, das können Sie mir gerne GLAUBEN.
    Ich, ein fast 70jähriger GLAUBT daran …

  3. Mitmensch

    ICH muss durch mein Leben zeigen, woran ich glaube.
    ICH muss meine Trägheit überwinden.
    ICH muss Frieden halten in meinem Umfeld.
    ICH darf dem Nachbarn zeigen, dass ich mich freue, wenn es ihm gut geht.
    ICH darf dem Nachbarn helfen, wenn er Hilfe benötigt usw. usw.

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